Volkstrauertag in Renkenberge während der Corona-Pandemie

Veröffentlicht am 02.12.2020


Alljährlich werden in vielen Gemeinden am Volkstrauertag der Gefallenen und Vermissten der Weltkriege gedacht. So wurde auch in Renkenberge durch den Schützenverein und der Gemeinde  am Ehrenmahl Kränze abgelegt. Für den musikalischen Beitrag sorgte die Schützenkapelle Wippingen. In diesem Jahr war auf Grund der Corona-Pandemie alles anders, keine uniformierte Schützenkompanie, keine Schützenkapelle und keine Zuschauer. Der Oberst des Schützenvereins und der Bürgermeister waren gekommen und haben die Zeremonie in aller Stille durchgeführt. 

Im Folgenden ein paar Worte des Bürgermeisters: Der November ist ein Monat zwischen den Zeiten, ein grauer Monat.Man setzt ihn gedanklich gleich mit dem Gräberbesuch an Allerheiligen, mit dem Buß- und Bettag, mit dem Gedanken an die Verstorbenen am Totensonntag und an den Volkstrauertag. 

Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag unseres Volkes, der über nationale Grenzen hinaus allen gewidmet ist, die für Freiheit, Menschlichkeit und Frieden irgendwo in dieser Welt ihr Leben hingegeben haben. Volkstrauertag, ein Tag der Erinnerung, ein Tag der Besinnung. Gedenken das heißt  "sich erinnern". Das heißt, unsere Gedanken so auf die Toten und ihr Schicksal zu richten, dass ihr Leid und ihr Sterben in unser Bewusstsein eingeht und damit auf unser Tun einwirkt.

Ich verstehe den Volkstrauertag als einen Tag der Mahnung zum Frieden und zur Bewahrung des Friedens im umfassenden Sinne. Frieden im großen und Frieden im kleinen. Diese Mahnung bleibt aktuell: In den vergangenen Jahrzehnten hat eine Vielzahl größerer und kleinerer Kriege und Auseinandersetzungen für neuerliches Leid über Menschen in vielen Teilen unserer Welt gebracht. An diesem Tag kann es deshalb nicht alleine um die Erinnerung und das Gedenken an die toten Soldaten gehen. Wir gedenken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg: Kinder, Frauen und Männer aller Völker Wir gedenken der Soldaten, die in den beiden Weltkriege starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren Wir gedenken derer die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als nicht mehr lebenswert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft leisteten und derer die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihren Glauben festhielten. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung und um die Opfer sinnloser Gewalt. Wir trauern mit Mütter und mit allen die Leid tragen um die Toten.  

Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung und Versöhnung unter den Menschen und Völkern. Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen. Friede ist ein Geschenk Gottes. Es ist ein Geschenk in uns. Für den Frieden müssen wir alle etwas tun. Wir können Frieden schaffen, indem wir Menschen dieser Welt miteinander sprechen, einander zuhören, Freude und Kummer teilen, uns gegenseitig helfen und uns die Hände reichen.  Und so hoffe ich, dass wir auch die unsere aktuelle Bedrohung durch den Coronavirus gemeinsam bewältigen.  

Danke und bleibt gesund