1725 Jahre alt, 62 Jahre davon auf dem Dachboden - Bohlenwege um Lathen-Wahn

vom 21.10.2026 | 18:50 Uhr

So lautete das Thema des Vortrages von dem Archäologen Leon Dierkes aus Lathen-Wahn.

Zu der Veranstaltung im Pfarrheim der St. Antoniusgemeinde hat der Heimatverein Lathen-Wahn über 50 Teilnehmer begrüßen können. In seinem Vortrag ging es konkret um die Vorstellung einer Eichenbohle, die seit über sechzig Jahren in Lathen-Wahn aufbewahrt wurde.

In den Jahren 1958 und 1964 wurde ein Bohlenweg archäologisch untersucht, der auf einer Länge von 900 Metern in West-Ost-Richtung durch das Hochmoorgebiet der Tinner- und Staverner Dose führt. Eine Bohle des Moorwegs wurde seit der zweiten Ausgrabung im Jahre 1964 von Gerhard Hebbelmann aus Lathen-Wahn aufbewahrt und nun für Forschung und Lehre dem Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen geschenkt.
In den letzten Monaten wurde die Bohle dendrochronologisch untersucht. Dabei ist anhand der Wachstumsmuster von Baumringen eine jahrgenaue Altersbestimmung von Holz möglich. Das Ergebnis: Die Bohle wurde um das Jahr 301 n. Chr. gefällt. Das heißt, der Bohlenweg stammt aus der Römische Kaiserzeit und könnte vom „Roten Franz“, Niedersachsens bekanntester Moorleiche, die 1900 nördlich von Neu Versen entdeckt wurde und ebenfalls um 300 n. Chr. starb, benutzt worden sein.
Leon Dierkes übergab Gerhard Hebbelmann eine Schenkungsurkunde der Universität Göttingen mit einem kleinen Holzstück, das zur Untersuchung der Altersbestimmung gedient hat.




Leon Dierkes beim Vortrag.



Übergabe der Schenkungsurkunde an Gerhard Hebbelmann (lk) von Leon Dierkes.