Vier von zehn Teilgebieten bleiben im Verfahren

vom 29.10.2026 | 12:34 Uhr

Endlagersuche tritt in weitere Phase ein – Landrat Burgdorf: „Stehen nicht zur Verfügung“

Meppen.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Dienstag (27. Oktober) einen neuen Arbeitsstand im Standortauswahlverfahren für das Endlager für hochradioaktive Abfälle veröffentlicht. Mit dem neuen Arbeitsstand verbleiben weniger als fünf Prozent der Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland im Fokus der Endlagersuche. Im Landkreis Emsland werden von den insgesamt zehn Teilgebieten, die untersucht worden sind, sechs im weiteren Standortauswahlverfahren nicht weiter berücksichtigt. Vier weitere Gebiete bleiben aber als potentiell geeignet im weiteren Prüfverfahren.

Dies sind der Salzstock Wahn sowie zwei Wirtsgesteine Ton im Raum der Samtgemeinden Freren und Spelle. Ein weiteres Wirtsgestein Ton im mittleren Emsland, zwischen Meppen, Haselünne, Lingen (Ems) und Geeste gelegen, ist ebenfalls noch Bestandteil der weiteren Untersuchungen.

„Der Landkreis Emsland begrüßt die weitere Einengung der zu untersuchenden Teilgebiete - sechs der im Emsland gelegenen insgesamt zehn Teilgebiete werden im weiteren Standortauswahlverfahren nicht mehr berücksichtig. Wir bleiben aber bei unserer ablehnenden Haltung und betonen an dieser Stelle erneut, dass wir kein Atomendmülllager im Landkreis Emsland wollen“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Dass die vier Teilgebiete vorerst in der Endlagersuche verblieben, heiße am Ende auch nicht, dass sie im weiteren Prüfverfahren nicht doch noch ausscheiden können, so Burgdorf.

Um die Einordnung der BGE auf Nachvollziehbarkeit zu überprüfen, arbeitet der Landkreis Emsland bereits seit Jahren mit dem Öko-Institut, einem unabhängigen, privaten Umweltforschungsinstitut zusammen. So hat das Öko-Institut in den vergangenen Jahren die jeweiligen Arbeitsstände der BGE zu den zehn Teilgebieten im Emsland für den Landkreis aufbereitet. Diese Dokumente sind online beim Landkreis Emsland unter Landkreis Emsland - Begleitforum Endlagersuche - Regionalplanung, Bauen und mehr - Wirtschaft und Struktur zu finden.

Darüber hinaus wird der Landkreis Emsland noch in diesem Jahr ein Fachgutachten durch einen weiteren Dienstleister beauftragen, in dem die Eignung der verbliebenen vier Wirtsgesteine aus geologischer Sicht näher betrachtet wird. Ziel der Beauftragung ist es, eine fachliche Einschätzung zu bekommen, um einerseits die Situation der Endlagersuche für den Landkreis Emsland transparent und nachvollziehbar zu gestalten und um andererseits handlungsfähig zu sein und sich in den weiteren Verfahrensschritten rechtzeitig einbringen zu können.

Die BGE ist vom Bund beauftragt, den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland zu finden. Aktuell befindet sich die Suche nach einem Standort für Deutschlands Endlager für hochradioaktive Abfälle in Schritt 2 der Phase I. Die Arbeiten der BGE konzentrieren sich in diesem Schritt darauf, die 90 Teilgebiete, die in Schritt 1 der Phase I als vielversprechend identifiziert wurden, deutlich einzuengen. Das Ergebnis dieses Schritts werden wenige Standortregionen sein, die Ende 2027 von der BGE vorgeschlagen und anschließend in Phase II übertägig erkundet werden.

Die Arbeitsstände der BGE sind unter Der Weg zu den Standortregionen: BGE Endlagersuche Navigator abzurufen.

Ergänzung Samtgemeinde Lathen: Der Salzstock Wahn im Bereich Lathen-Wahn bleibt weiterhin Bestandteil des Standortauswahlverfahrens der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE); eine abschließende Entscheidung über seine Eignung oder einen Ausschluss ist bislang nicht getroffen worden.